Was gehört auf die Website eines Gasthauses?
Kurz beantwortet: Fünf Fragen entscheidet der Abendgast auf dem Handy, bevor er losfährt: Habt ihr offen? Was gibt es zu essen? Können wir reservieren? Wie komme ich hin, und wo parke ich? Für das zweite Publikum dazu: Geht dort ein Fest? Eine Gasthaus-Website ist gebaut, wenn diese fünf Antworten in der ersten Bildschirmhöhe stehen oder einen Tipp entfernt sind, die Speisekarte als echte Seite darin liegt und die Reservierung ohne Buchungssystem funktioniert.
Um kurz nach sieben, auf dem Handy
Wer Ihr Gasthaus im Netz sucht, sitzt meistens abends im Auto oder auf dem Sofa, hat ein Handy in der Hand und eine Entscheidung vor sich: Wohin heute? Der Vergleich läuft in Minuten, oft zwischen drei Betrieben im Umkreis von zehn Kilometern. Was den Ausschlag gibt, sind keine Videos und keine Werbesprüche, sondern fünf schlichte Antworten:
- Habt ihr offen? Heute, am Sonntag, am Feiertag, in den Ferien?
- Was gibt es zu essen, und was kostet es? Für jeden am Tisch etwas?
- Können wir reservieren? Und geht das jetzt, ohne anzurufen?
- Wie komme ich hin, und wo parke ich? Eigene Plätze am Haus oder kurzer Weg?
- Für den zweiten Anlass: Geht dort die Familienfeier im Oktober?
Diese Antworten nach oben zu stellen kostet nichts und ist der größte Unterschied zwischen einer Gasthaus-Website, die Tische füllt, und einer, die nur existiert. Dazu gehört eine Telefonnummer zum Antippen und, falls es ihn gibt, der Hinweis auf eigene Parkplätze, in einem Satz: hinter dem Haus, von der Straße ausgeschildert. Kein Karten-Klick ersetzt diesen Satz, weil der Gast ihn während der Fahrt nicht suchen kann.
Die Speisekarte als Seite, nicht als Datei
Die Karte ist die meistgesuchte Seite eines Gasthauses, und sie entscheidet mehr Anlässe mit als jede andere: der Stammgast, der den Mittagstisch prüft, die Besucherin, die nach einem vegetarischen Gericht sucht, das Familienoberhaupt, das den Preis fürs Schnitzel gegenchecken will. Sie gehört als normale Seite in die Website, dort geändert, wo später der Mittagstisch geändert wird, und zwar durch die Person, die das im Betrieb tatsächlich macht.
Der Test vor dem Bau dauert zwei Minuten: Lassen Sie die Person, die künftig die Tageskarte pflegt, einmal einen Preis ändern. Klappt das ohne Rückfrage, ist die Lösung richtig. Wie die Karte technisch aufgeschlagen wird, als PDF, als Foto oder als Seite, und warum das PDF dabei fast immer verliert, ist ein eigener Artikel: Speisekarte online stellen: PDF, Bild oder echte Seite?
Öffnungszeiten, die nicht lügen
Der teuerste Fehler einer Gasthaus-Website passiert nicht auf der Seite selbst, sondern in der Diskrepanz. Steht dort „Ruhetag montag“, im Google-Profil aber nicht, fährt jemand zwanzig Minuten an und findet ein Schild mit „Geschlossen“. Der Gast kehrt das nächste Mal woanders ein, und das Schild hat Ihre Website umsonst gebaut.
Deshalb zwei Bausteine: erstens ein Live-Status, der dem Gast oben auf der Seite zeigt, ob geöffnet ist und bis wann, mit dem Ruhetag und dem Betriebsurlaub sauber eingepflegt. Zweitens dieselben Zeiten im Google-Unternehmensprofil, Woche für Woche gepflegt, auch an Feiertagen. Am besten passt dieselbe Person beide Stellen am selben Vormittag an, wenn sich etwas ändert. Warum das Profil dabei die erste Adresse für kleine Betriebe ist und wie die beiden Kanäle zusammenarbeiten, steht in Website oder Google-Unternehmensprofil.
Reservieren ohne Buchungssystem
Für die meisten Gasthäuser ist die Reservierung ein Telefonvorgang, und das bleibt sie auch. Was die Website dafür liefern kann, ist eine Vorstufe: ein Formular mit vier Feldern, Datum, Uhrzeit, Personen, Name mit Kontaktkanal, das als konkrete Anfrage bei Ihnen landet. Sie rufen zurück oder bestätigen die Mail, der Gast hat seinen Tisch, und das Freitagstelefon klingelt dafür seltener um sieben, während der Saal voll läuft.
Ein echtes Buchungssystem mit Echtzeit-Belegung kostet Monat für Monat und führt dazu, dass Sie den Belegungsplan pflegen, den Sie ohnehin im Kopf oder im Buch führen. Es lohnt, wenn Sie viele Tische führen, die Belegung über mehrere Kanäle im Blick behalten oder das Telefon bewusst entlasten wollen. Für alles andere gilt: Formular, dazu Anruf- und Mail-Knopf daneben, fertig. Genau so ist es im Konzept unten gebaut, ohne Backend und ohne Abo.
Der Saal, den kaum jemand online zeigt
Der zweite Gast entscheidet nicht über das heutige Abendessen, sondern über die Geburtstagsfeier im Herbst, die Weihnachtsfeier der Firma oder das Treffen des Vereins. Diese Anfragen kommen selten über eine Suchmaschine mit dem Wort „Saal“, sie kommen von jemandem, der bei Ihnen essen war und jetzt prüft: Wie groß ist der Raum, wie viele Leute passen rein, wen spreche ich an? Eine Saal-Sektion mit einem echten Foto, der Sitzplatzanzahl und einer Telefonnummer beantwortet das in zwanzig Sekunden, auch noch um zehn Uhr abends, wenn die Feierlust gerade da ist.
Dazu zwei Bausteine, die fast jede Gasthaus-Seite vergisst. Eine Zeile für die Mitnahme, falls es sie gibt, und eine Zeile für die Leute, die Sie suchen: „Wir suchen Verstärkung für den Service“ mit einer E-Mail-Adresse reicht für den Anfang. Wie aus so einer Zeile eine Bewerbung wird, die nicht am Anschreiben scheitert, beschreibt der Ratgeber Mitarbeiter finden über die Website, die Mechanik funktioniert im Service genauso wie im Handwerk.
So sieht das zusammengebaut aus
Weil sich das leichter ansehen als beschreiben lässt, gibt es die Bausteine bei mir als vollständige Seite zum Durchklicken: das Gastronomie-Konzept „Zum Schebbe Balke“. Der Betrieb ist frei erfunden, die Technik ist echt: ein Live-Öffnungsstatus, der weiß, welcher Wochentag heute ist, die Speisekarte als echte Seite mit Kategorien, ein Reservierungs-Widget, das ohne Backend auskommt, und der Saal als eigene Sektion. Wie ich solche Seiten für echte Betriebe zwischen Bergstraße und Weschnitztal baue, steht auf der Seite Websites für Gasthaus und Restaurant.
Wann die Website wenig ändert
Zum Schluss die ehrliche Einschränkung. Wenn Ihr Haus durch Empfehlungen und Stammgäste voll ist, Sie keine Leute suchen und der Saal ohnehin ausgebucht ist, dann wird diese Website Ihren Abendbetrieb kaum verändern. Sie hat in dem Fall eine einzige Aufgabe: nachprüfbar sein. Wer von Ihrem Haus gehört, schaut vorher nach, ob es Sie noch gibt, was es jetzt kostet und ob es für die Schwiegermutter ein vegetarisches Gericht gibt. Das erledigt eine einzige, saubere Seite mit den fünf Antworten oben, und mehr brauchen Sie dann auch nicht.
Was so eine Seite kostet und welche Folgekosten realistisch anfallen, steht in Was kostet eine professionelle Website für kleine Unternehmen in Hessen? Und wenn Sie vor der Frage stehen, ob Instagram nicht reicht: Auch dazu gibt es einen ehrlichen Vergleich, Braucht mein Betrieb eine Website, wenn ich Instagram habe?
Häufige Fragen
Braucht ein Gasthaus eine eigene Website, wenn es ein Google-Profil hat?
Das Profil listet, die Website überzeugt. Im Profil stehen Name, Öffnungszeiten und Bewertungen, aber keine Speisekarte, die sich auf dem Handy wirklich lesen lässt, kein Saal für die Familienfeier im Herbst und kein Reservierungsweg, den Sie selbst bestimmen. Beides zusammen funktioniert am besten: Das Profil bringt den Fund, die Seite macht aus dem Fund einen reservierten Tisch.
Lohnt sich für die Reservierung ein Buchungssystem mit Echtzeit-Belegung?
Für die meisten Gasthäuser nicht. Ein Formular mit vier Feldern, das in einem Anruf oder einer E-Mail endet, deckt den Alltag ab und kostet keinen Monatsbeitrag. Ein echtes System lohnt, wenn Sie viele Tische führen, die Belegung über mehrere Kanäle im Blick behalten müssen oder das Telefon am Wochenende bewusst entlasten wollen. Dann aber richtig eingepflegt, sonst führen Sie den Belegungsplan zweimal.
Was gehört in die erste Bildschirmhöhe einer Gasthaus-Website?
Die Antworten, wegen denen der Abendgast überhaupt kommt: ob offen ist und bis wann, die Telefonnummer zum Antippen, der Weg zur Speisekarte, die Reservierung und Anfahrt mit Parken. Alles Weitere darf darunter: der Saal, die Feste, die Geschichte des Hauses. Wer erst scrollen lässt, um die Öffnungszeiten zu finden, verliert den Gast an den Betrieb, der sie oben stehen hat.
Sollte ich Bewertungen von Gästen auf der Website zeigen?
Nur echte, namentlich zuzuordnende Zitate, und besser als Verweis auf das Google-Profil statt als eigene Bewertungswand. Erfundene oder geschönte Gästestimmen sind ein Risiko, und viele Gäste erkennen sie am Ton. Wie Sie echte Bewertungen bekommen, ohne zu betteln, steht im gleichnamigen Ratgeber.